MC Fitti – Wer ist das?

Viele Deutsche Rap und Hip Hop Kenner oder Experten dürfen feststellen das MC Fitti im Grunde überhaupt nicht rappen kann und das seine Musik eigentlich nur von der guten Produktion lebt – Deshalb hier mal ein kleines Pendant – eine völlig andere und dennoch unterhaltsame Interpretation – Chulito’s Way – des MC Fitti Sommerhits “30 Grad” vom Künstler Essberg auch bekannt als Chulo.

Bezüglich MC Fitti hier noch ein ausführlicher Artikel vom Spiegel…

Er verbirgt sich hinter Bart und Brille , lässt Papierschnipsel auf sein Publikum regnen und hat mit seinem trashigen Sommer-Song “30 Grad” Millionen YouTube-Klicks eingeheimst. Der Berliner MC Fitti zelebriert das Luftig-Leichte. Jetzt wird es ernst mit der Karriere.

Alles natürlich nur totaler Quatsch. Blödsinn. Diese Texte. Dieses Outfit. Dämlich finden viele das. Ja, dämlich. Viele der Hipster, die gekommen sind, singen trotzdem jedes Lied mit. Zeile um Zeile. Sie tanzen in Pfützen aus Bier durch den Berliner Club. Konfetti regnet auf sie herab. Der Laden ist ausverkauft. Und auf der Bühne, da steht dieser Typ mit Vollbart, Baseballmütze und Sonnenbrille. MC Fitti.

mc-fitti-30-grad

Ein komischer Name ist das, er klingt ein wenig gaga, aber auch nach guter Laune. Für beides steht MC Fitti. Für sommerlich leichten Spaß, für unbeschwerten Quatsch. Und deswegen hievt er ein paar Stunden vor dem Konzert erst einmal prall gefüllte Plastiksäcke mit Konfetti aus dem Auto, bevor er sich breitbeinig auf ein Sofa im Club setzt. Neben ihm nimmt sein Support Platz – ein junger Mann wie MC Fitti, mit Sonnenbrille und Baseballmütze. Er nennt sich Vokalmatador und soll dafür sorgen, dass MC Fitti entspannter ist, was nicht so richtig klappt; ein bisschen Lampenfieber kann der MC dann doch nicht verbergen.

Vokalmatador nennt MC Fitti nur Fitti. “Die Buchstaben sind einfach lustig”, sagt der MC. Vor rund einem Jahr stellte MC Fitti “30 Grad” ins Netz – ein klamaukiger Song mit einfachen Reimen (“Delphin – grün”, “Flipper – Slipper”, “Schnee – Cabriolet”), bescheidenen Texten (“Der Sommer ist mein Homie”) und einem Video, das so witzig wie smart ist, denn Fitti hat Ausschnitte der achtziger-Jahre-US-Serie “Miami-Vice” zusammengebastelt und auf einige Figuren seinen Kopf montiert.

Seinen Erfolg kann er sich selbst nicht erklären (Aha). “Ich wollte immer Singer und Songwriter werden”, sagt er. Aber das sei er wohl nie richtig angegangen. Also poppiger Rap. “Meine Musik ist wie eine bunte Tüte aus dem Späti, mit salzigen Heringen, süßen Schnüren und Brausepulver. Da ist für jeden was dabei.”

Über seinen Erfolg freut er sich, klar. Aber er will auch so wirken, als sei der ihm egal. Schon jetzt komme er bei jeder Party auf die Gästeliste, lerne wichtige Leute kennen, erhalte Klamotten geschenkt. Doch wenn all das und die Fans irgendwann wieder weg sein sollten, will er nicht aufhören: “Auch wenn mir ein Vogel auf die Schulter kacken würde, würden wir weitermachen”, sagt er.

Den Medien verrät MC Fitti offiziell nicht viel von sich. Wie er heißt, wie alt er ist, will er nirgendwo lesen. Daher nur so viel: Er soll wohl aus der Nähe von Braunschweig kommen und früher Kulissen gebaut haben. Irgendwann wollte er aber nicht mehr nur ein Mann im Hintergrund sein, sondern selbst etwas bewegen. Jetzt und nicht erst in fünf Jahren.

Brille und Bart sind zugleich seine Marke und seine Maske – so wie früher bei Sido der Totenkopf und beim Rap-Durchstarter Cro heute noch der Panda, mit dem er übrigens den grundsätzlichen Hang zum Luftig-Leichten, Lebensfrohen und Lustigen teilt.

Seinen Produzenten, Udo Zwackel, kennt Fitti noch aus seinen Jugendzeiten. Also setzten sie sich zusammen und legten los. “Wir hatten den Beat und dann kam der Text dazu”. Mit “30 Grad” hat sich MC Fitti ein Thema gesucht, mit dem schon so unterschiedliche Künstler wie die Fantastischen Vier (“Lass die Sonne rein”), Bürger Lars Dietrich (“Sexy Eis”) und Will Smith (“Miami”) erfolgreich waren: Sommer, Sonne, Sonnenschein. Der Durst nach einem simplen schönen Leben.

Auch die anderen Lieder des Berliner Rappers beschreiben den Alltag als Abfolge von Belanglosigkeiten. Die Zeilen “Ich whatsappe im Bett, ich whatsapp auf dem Klo” stammen, man erahnt den Titel, aus dem Kurznachrichten-Lied “Whatsapper”. Und dann gibt es da noch “Übelst Geilon”, in dem MC Fitti über…ja, was eigentlich rappt? Im weiteren Sinne wohl über seine Welt, in der sich alles auf Geilon reimt: Nylon, Stylon. Irgendwie bleibt einem auch dieser Song, trotz schnulzigen Frauensingsangs der Marke DJ Bobo, im Kopf. Irgendwie laden seine Songs zum Kopfnicken, zum Mitwippen ein.

Auch für den Abend auf der Bühne hat sich MC Fitti Support besorgt. Ein paar Mädels im pinkfarbenen Stretch-Outfit tanzen, Vokalmatador rappt und für einen Hit kommt sogar Felix Brummer, Frontmann der sächsischen Band Kraftklub, auf die Bühne. Mit MC Fitti singt er das Lied “It Boys” und die Hipster nicken, ja sie tanzen schon fast Pogo und verkippen literweise Bier aus Plastikbechern.

Und MC Fitti lässt wie verrückt Konfetti auf die Fans regnen. Vielleicht sollte er es als Konfitti bezeichnen, so ein alberner Wortwitz würde ja gut zu ihm passen. Die Papierschnipsel schweben so leicht und bunt wie seine Lieder durch die Luft. Am Ende des Konzerts wird so viel Konfetti gefallen sein, dass die Besucher es noch am nächsten Tag in ihren Haaren wiederfinden werden. MC Fitti hinterlässt eine Spur. Wenn auch nur aus Konfetti.

(Quelle: www.spiegel.de/kultur/musik)

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Current day month ye@r *